Gorillaz

Demon Dayz

Fast hatte ich gedacht, dass die Gorillaz ein einmaliges Projekt bleiben, aber mit Demon Days kommt der Nachfolger des erfolgreichen Erstlings. Ein Schelm, wer da nicht noch einen draufsetzt ;-)
Also liefern Damon Albarn und vor allem Jamie Hewlitt mit seiner Agentur Zombie Flesh Eaters auf Demon Days noch etwas mehr von allem: Mehr Comic, mehr Grooves, mehr Dub- alles fetter als zuletzt.
Einerseits die typische Konsolidierung mit dem Zweitling, andererseits unterstreicht es das, was nun als Message des Gorillaz-Projekts propagiert wird: Dass ein strategisch durchkonstruiertes Kunstprodukt "realer" wirken kann, als diejenigen, die sowas monströs von sich behaupten. Was gleichzeitig das Getöse des Showbiz karikiert- als Grundgedanke gar nicht mal so blöd (;-)
Sind halt Profis am Werk: Selbst für die Tatsache, dass es grundsätzlich wenig Neues zu hören gibt, gibt Damon Albarn der Spex (06/05) noch eine durchdachte pop-kritische Erklärung zu Protokoll: Acts werden seiner Erfahrung nach nämlich nicht groß, "weil sie die ganze Zeit originelle Musik machen würden. Im Grunde ist das die Nemesis des Erfolgs: Originalität bringt das Publikum durcheinander, deshalb verliert man es eher, wenn man sich von Album zu Album neu zu erfinden versucht." Und da hat er sogar recht.
Funktioniert mit reichlich prominenter Unterstützung (DeLa Soul, Roots Manuva, Dennis Hopper, Shaun Ryder, Danger Mouse) auch wieder bestens und geht sehr ok mit mir, solange vor lauter "Kapitalismuskritik" nicht noch mehr Karikaturen folgen. Anderer Meinung?