Gorillaz

dto.

emi
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Die Gorillaz sind ein weidlich gefeiertes Side-Projekt von Blur-Vorturner Damon Albarn, dem ich ein so lockeres und stilistisch eigenes Stück Pop-Musik (um nichts anderes geht es hier) vorher tatsächlich nicht zu getraut hätte. Gorillaz -Hype regierte das Musikfernsehen seinerzeit natürlich auch, weil Albarns ehemaliger Mitbewohner Jamie Hewlitt (der sich für das einstmals fast legendäre Tank Girl verantwortlich zeichnet), dem ansonsten blutleeren Studio-Projekt mit einer gezeichneten Multikulti-Punk-Truppe ein sehr hübsches Comic-Gesicht verpasst hat. Das ist ein nicht unsympathisches Öl für die Marketing-Maschine, die mit solchem Zielgruppen-Fishing hier nach allen Regeln der Kunst geschmiert wird.
Der Gorillaz -Sound steht auf einer sehr dicken, aber auch sehr ausgeschlafenen Dub-Basis, bei der neuzeitliche Produktionsmethoden endlich mal dazu eingesetzt werden, das Knarzige nicht zu eliminieren, sondern im Gegenteil mehr kicken zu lassen. Nun könnte man sofort argwöhnen, dass dabei nur irgendein unentschlossener Mischmasch rauskäme (ich gestehe: genau das war mein Verdacht), aber da hat mir Herr Albarn endlich mal ein Schnippchen geschlagen. Nein, das muss ich neidlos anerkennen: Eingängig, aber doch eigenwillig und keineswegs seicht- so sollte Pop sein. Wohl ohne es direkt zu wollen (?) hat Albarn mit diesen Gorillaz ganz nebenbei auch hübsch demonstriert, was ein britisches Milchgesicht (sorry, liebe Milchgesichter ;-) aus Punk alles machen kann, wenn er ihn durch die Mühle von d.i.y.-Dub dreht: Was ziemlich lässiges nämlich- und das hat meinen Respekt.
Anderer Meinung?