Queens Of The Stone Age

Songs For The Deaf

Interscope
02


Ha- schon der Name Queens Of The Stone Age demonstriert friedliche Selbstironie von Leuten mit langer Biographie. Deren Songs For The Deaf tatsächlich beweisen, dass sie es besser können als die vielen Jungspunde auf der Jagd nach Ruhm und Ehre. Eigentlich habe ich bei solchen All-Star-Geschichten (wie's die Queens Of The Stone Age ja nunmal sind) immer das ungute Gefühl, dass dort ein paar Routiniers ihren üblichen Stiefel runterspielen und ansonsten auf den Promi-Bonus vertrauen, um nochmal etwas Kleingeld mitnehmen zu können. Hier ist das weit gefehlt- this kicks shit.
Da können die Queens Of The Stone Age dann mal mit Recht einen großmäuligen Titel draufschreiben. Mit diesens Songs For The Deaf fassen ein paar Leute, die zu den Zeiten des großen Grunge-Hypes mitten drin waren, nochmal die fast vergessenen Qualitäten des Genres für die Nachwelt zusammen: Rauh & knarzig, rockt fett und groovt trotzdem locker- die können sogar Helmet-Kicks *applaudierentu*. Kommt mit einer entspannten Souveränität auf den Punkt, die mir ein freudiges Grinsen ins gesicht treibt- irgendwelches Aggro-Gepose haben die gar nicht nötig. Und schieben statt dessen einen ausgestopften Hirsch durchs Video...
Die weise Charlotte Roche spielte das Teil mal so zum Vergleich direkt nach den Vines, die sich daneben tatsächlich kindisch ausnahmen.
Insgesamt also ein höchst respektables Statement- und nach der Ankündigung einer neuen Scheibe wird deutlich, dass dies weit mehr ist, als nur ein Lebenszeichen. Da bin ich mal gespannt...
Anderer Meinung?