Sportfreunde Stiller

Burli


Sportfreunde Stiller waren bei Veröffentlichung von Burli beileibe keine unbekannten mehr und konnten auch die Früchte ihrer eigenen Vorarbeit ernten. Aber auch die derjenigen, die über die 90er Jahre ausdauernd an der Etablierung der hiesigen Landessprache im Zusammenhang mit Gitarren-Pop gearbeitet haben: Der Hamburger Schule. Nur geographisch weit weg- inhaltlich setzen Sportfreunde Stiller nicht erst seit gestern genau dort an, indem sie die stets schwermütige Selbstreflexion der Nordlichter durch freundliche Selbstironie ersetzen. Das bringt natürlich Leichtigkeit und Laune, die im Pop-Biz bestens funktioniert: Monatelange Top-Positionen in den Charts, heftige Rotation für absolut jedes Video- bei den netten Jungs, kommt dabei wenig Neid auf, denn Sportfreunde Stiller sind eben kein Hype, sondern Leute, die vor dem Mega-Erfolg jahrelang durchs Land getingelt sind.

Trotzdem beschwerte sich ein Leserbriefschreiber beim Underground-Fachblatt "Visions", dass Burli doch Pop sei. Klar Baby, was hattest du denn gedacht?
Ebenso klar, dass die dunkle Seite von Pop wieder zum Vorschein kam: Das breitest mögliche Abfeiern deutschsprachigen Gitarrenpops bereitete zunächst den Boden für den Überraschungserfolg von Wir sind Helden, der dann zügig zur Massenmarktstrategie mutierte: Frauen im Gitarrenpop (vgl. Juli, Silbermond... Jeanette Biedermann?) Anderer Meinung?