Trail of Dead

Tags & Source Codes



And You Will Know Us By The Trail Of Dead...
...einer der umständlichsten Namen der Musikgeschichte, aber was solls. Mit Tags & Source Codes kommt Rock in epischer Breite, lyrisch geradezu. Trail Of Dead gelingt die Gratwanderung, die im frühen neuen Jahrtausend besonders viele britische Kollegen (für meinen Geschmack) in kitschigen Bombast abgleiten ließ. Sensibilität haben Trail of Dead en masse, keine Angst vor großen Gesten/Gefühlen, aber sie Rocken trotzdem das Haus. Auch das brachte seinerzeit einstimmigen Applaus von der Fachpresse.
Im härteren Underground gibt es ein inzwischen aus der Mode gekommen (?) begriff dafür: "Emo-Core". Ohne die Grundlagenforschung dieser Richtung (als prominenteste Vertreter nenne ich mal Fugazi) wären Trail of Dead nicht das, was sie sind. Auch wenn dieser Basis-Input eher als Vibe im Hintergrund schwebt.
Interessanter weise hatte sich zufällig (?) just zum Zeitpunkt des Erscheinens von Tags & Source Codes jemand die Mühe gemacht, die inzwischen wohl historisch zu nennenden Ansätze der Richtung nochmal auf den Punkt zu bringen: Walter Schreifels von und mit Rival Schools. Wer Spaß daran hat, kann die Entwicklung dort nochmal in prägnanter Form nachvollziehen und sich die Unterschiede zur jetzt-Zeit vor Augen führen: Der Punk-Einfluss ist da noch deutlicher präsent.
Bei Trail of Dead finden sich lediglich Spurenelemente solcher Zeiten, sie haben darauf etwas sehr eigenes aufgebaut, aber wer hören will, kann deutlich merken, auf welchem Fundament das steht.
Das kannst Du Kunst nennen.
Anderer Meinung?