Protoplasma: Crossover

d.i.y. & Minimalismus

Die Entwicklung ist eigentlich sehr übersichtlich: Ausgehend von der ersten Punk-Generation in den 70ern stehen alle diese "Richtungen" (von HC über Crossover bis einschließlich Nu Metal) für die stetige Erweiterung der stilistischen Möglichkeiten. Sozusagen immer weiter weg vom Schema 1-2-3-4-beat mit 3 Akkorden. Der Punk-Primitivismus war bekanntlich anfangs der Frontalangriff auf den im Bombast erstarrten Prog Rock und Hardrock- deswegen erstmal schlicht eine Befreiung:
Du brauchst kein Musik-Studium, um Musik machen zu können- jedEr kann es, 3 Akkorde reichen schon: Do.It.Yourself! (d.i.y.- noch so ein Kürzel, das mal hierhin, mal dahin gekegelt wird) Das ist übrigens bislang die Wurzel jeder Pop-Musik gewesen. ob das nun Grandmaster Flash war, der zeitgleich zum Punk seine ersten Turntables selbst zusammenlötete oder 10 jahre später ein paar bekiffte Detroiter versuchten, aus einer alten Beat-Box vom Flohmarkt was Lustiges rauszuholen...
Bestand anno 77 also in Sachen Rock klare revolutionäre Notwendigkeit ;-) zu Minimalismus, ist natürlich nicht erst in heutiger zeit deutlich, dass dieser Ansatz so seine Beschränkungen hat- was ihn aber wohlgemerkt in keinster Weise schlecht macht:
Weil irgendwelche Theoretiker immer wieder meinen, solche Ansätze als plump/billig/primitiv/minderwertig (... you name it) hinstellen zu müssen- nicht erst seit dem Kubismus ist Reduktion der stilistischen Mittel und Minimalismus eine Kunstform. Anscheinend muss das jede neue form "populärer Musik" bis hin zu Robert Hoods "Minimal Nation" (1995) immer nochmal neu formulieren- um dann trotzdem vom Bildungsbürgertum naserümpfend beäugt zu werden...
back to Punk

Anderer Meinung?