Herbert

Bodily Functions



Matthew Herbert könnte man wohl langsam wirklich zum House-Avantgardisten erklären. Seine Materie hat er nicht erst mit Bodily Functions weidlich transzendiert, die üblichen Gepflogenheiten tauchen nur noch als vereinzelte Erinnerungen ("Wie war das nochmal, damals?" ;-) auf und haben hier mehr die Funktion gelegentlicher Ornamente.
Seine Muse Dani Siciliano gibt dem Ganzen wieder die Stimme. Herbert zollt seiner Partnerin größten Respekt, indem er ihr viel Raum gibt. Von daher logisch, das der Sound irgendwo zwischen Jazz und Chanson pendelt. Vielen dürfte das zu gesangslastig werden, aber hier geht es ja auch nicht um Clubatmosphäre. Ganz im Gegenteil: Herbert praktiziert auf Bodily Functions eher entlegenes Schweben in Sphären, wie sie auch von Goldfrapp bewohnt werden. Grundstimmung also dunkel und *ehäm* "herbstlich".
Womit wir bei meinem Problem wären: Mir will nicht so recht einfallen, ob man die Musik auch zu was anderem nutzen kann, als den Regenwolken zuzusehen, aber das muss ja manchmal auch sein (obwohl mir Herberts bildungsbürgerlich-intellektuelle Grundtendenz tendenzielles Unwohlsein beschert...)
Anderer Meinung?